pure-run.de by Carsten Stegner

 

 

Ausdauertraining bei Hitze

Eine Anpassung oder Akklimatisation an Hitze vollzieht sich nur bei direkter Hitzebelastung über fünf Tage und setzt eine Außentemperatur von über 27 Grad voraus. Die erste wesentliche physiologische Umstellung ist die Zunahme der Schweißbildungsrate und die Ausscheidung von einem salzärmeren Schweiß. Der fein verteilte Schweiß auf der Haut erzeugt eine größere Verdunstungskälte als der abtropfende Schweiß.

Nach fünf Tagen Hitzetraining hat sich die Mehrzahl der Funktionssysteme an die Hitze angepasst und nach etwa 10 Tagen ist die Hitzeakklimatisation abgeschlossen. Hierbei kommt es zu einer Absenkung der Körperkerntemperatur um 0,5 Grad im Wärmezentrum des Gehirns. Dies führt dazu, dass der Körper empfindlicher auf die Erhöhung der Außentemperatur reagiert und so für die frühzeitigere und größere Schweißbildung unter Hitze sorgt. Auch im Herz-Kreislaufsystem führt die Hitze zu einer Anpassung:. Die Herzfrequenz bei akklimatisierten Sportlern steigt bei Belastungen geringer an. Des Weiteren erhöht sich das Plasmavolumen, dadurch wird das Blut dünnflüssiger und sorgt für einen um 3 % niedrigeren Hämatokritwert im Blut. Der Abfall des HK durch Hitzebelastung kann die Ursache für eine Sportleranämie sein.

Ein moderates Umfangstraining von 60 - 120 min Dauer pro Tag, bei Außentemperaturen > 27 Grad C, begünstigt die physiologische Umstellung an die Hitze.

Empfehlung für das Ausdauertraining bei Hitze (> 27 Grad Celsius)

 

Die Belastungsintensität hat den größten Einfluss auf das Ansteigen der Körperkerntemperatur. Die Hauptgefahr bei Hitzeläufen liegt in der vorzeitigen Überhitzung. Das langsame Anlaufen verzögert die Überhitzung. Ein Anstieg der Köperkerntemperatur über 40 Grad Celsius birgt gesundheitliche Risiken.

Formen Anzeichen Ursachen Behandlung
Hitzekollaps Blässe und Gleichgewichtsstörungen bei aufrechter Körperhaltung, meist unmittelbar nach Zieleinlauf Starker Flüssigkeitsverlust; Versacken des Blutes in Beinmuskulatur nach dem Endspurt Flachlagerung im Schatten, Hochlagern der Beine (Autotransfusion), Kühlung, Trinken
Hitzeerschöpfung Starker Schweißverlust (kalter Schweiß), Kopfschmerz, Müdigkeit, Desorientierung, starker Leistungsabfall, niedriger Blutdruck, hohe Herzfrequenz. Unterschieden werden leichte, schwere und schwerste Formen Starke Dehydration und Anstieg der Körperkerntemperatur über 40 Grad Flachlagerung, Abkühlung jeder Art, ärztliche Hilfe, Infusion von Kochsalzlösungen mit Glukose, eventuell Klinikeinweisung
Hitzschlag Schwerste Form der Hitzeerkrankung: Motorikstörungen, Desorientierung, warme trockene Haut, starker Leistungsabfall. Zusammenbruch mit Bewusstlosigkeit während Belastung. Starke Dehydration mit Anstieg der Körperkerntemperatur über 41 Grad. Störung der Übersichtsregulation des Großhirns und der Motoriksteuerung des Kleinhirns durch Unterzuckerung (Hypoglykämie) Flachlagerung und drastische Abkühlmaßnahmen (Wasser, Eis, feuchte Tücher), Infusion, Temperaturmessung, ärztliche Hilfe, Kliniktransport in ärztlicher Begleitung