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Der Kasselmarathon war für mich nicht nur die erste Teilnahme an einer deutschen Polizeimeisterschaft, sondern auch der erste „schnelle“ Straßenmarathon. Mit meinem Trainingsplan sollte ich gut vorbereitet sein, um eine Zeit von „deutlich“ unter 2:40 Std. laufen zu können. Aufgrund der Streckenbeschaffenheit war jedoch davon auszugehen, dass sich eine absolute Spitzenzeit für jeden Einzelnen nicht realisieren lassen würde. Meine persönliche Bestzeit von 2:48:30 Std. bei welcher ich fast 700 Höhenmeter bewältigen musste, sollte aber auf jeden Fall der Vergangenheit angehören! |
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Der Wettergott schien schon mal auf unserer Seite zu sein. 14 Grad Celsius (Tendenz steigend) und blauer Himmel beim Start um 08:30 Uhr bildeten optimale Voraussetzungen für die bevorstehenden 42,195 km. Die bayerische Mannschaft, bestehend aus Thomas Langer, Uwe Reinke, Robert Ruff und meiner Wenigkeit sortierte sich im ersten Startblock, zusammen mit den Startern der deutschen Hochschulmeisterschaft und den Athleten aus Kenia und der Ukraine, ein. |
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Meine persönliche Vorgabe war ein Schnitt von 3:45 min/km, welcher mich auf die angepeilte Endzeit von ca. 2:38 Std. bringen sollte. Ich war aber auch bereit etwas schneller anzugehen, wenn dies die einzige Möglichkeit wäre, um nicht alleine laufen zu müssen. So kam es dann auch. Nach dem Startschuss lief ich in der Gruppe um Thomas mit; bis km 7 bedeutete dies einen Schnitt von 3:37 min/km. Zu diesem Zeitpunkt lösten sich ein paar Läufer aus dieser Gruppe, welchen ich mich anschloss. Gemeinsam mit diesen, unter welchen sich auch die zweitplazierte Kenianerin befand, absolvierte ich den ersten Halbmarathon. In dieser ersten Runde konnte ich mir dann auch ein genaues Bild der Strecke machen, die zunächst von der Messe wegführte und Kassel entgegen des Uhrzeigersinns zunächst um-, bzw. die Randbezirke durchlief. Die Befürchtung, dass nur wenige Zuschauer die Strecke umsäumen würden war glücklicherweise unbegründet. In Form von kleinen Stadtteil- und Straßenfesten war an den meisten Streckenabschnitten ordentlich Stimmung geboten. |
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Km 10 durchlief ich in 36:35 min. Ab diesem Zeitpunkt musste man sich auf die erste Steigung einstellen. Über diesen kleinen Hügel wurde der Marathoni allerdings regelrecht „hinüber gebrüllt“. Denn an dieser Stelle war der erste Wechsel der Marathonstaffel. Durch diese große Menschenansammlung fühlte man sich fast wie bei einer Bergetappe eines großen Radrennens – auch wenn ich diesen Vergleich aus „diversen Gründen“ nur sehr ungern anführe ;-) Für die nächsten 5 Kilometer sollte dieses wellige Profil Bestand haben, wobei es mehr hoch als hinunter ging. Somit hatten wir nach gut einem Drittel der Strecke den höchsten Punkt und auch die Innenstadt Kassels erreicht. Die Geschwindigkeit zw. Km 10 und 15 nahm natürlich ab, und ich benötigte hierfür 19:12 min (3:51 min/km). Immerhin waren wir noch eine kleine Gruppe in welcher ich überwiegend die Führungsarbeit leistete. Von nun an ging es wieder tendenziell bergab und nach dem Rathaus in Richtung Orangerie sogar relativ steil. Der Belag wechselte von Asphalt auf kleines Kopfsteinpflaster. Hier spürte ich meine Verletzung im Fuß ganz deutlich. Kein Adrenalinschub, der diese Schmerzen betäuben könnte... Am Ende des Berges durchliefen wir einen Park am Ufer der Fulda und standen kurz vorm Abschluss der ersten Runde, an deren Ende ich eine Zeit von 1:18:27 Std. stehen hatte. Ich lag also besser als ich vor hatte zu laufen und hatte nun nicht vor die nächste Runde viel langsamer zu laufen. Wohl wissend, dass dies nicht gerade einfach würde, da schließlich die ersten sieben Kilometer in einem für mich höllisch hohem Tempo gelaufen wurden. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt noch recht frisch fühlte forcierte ich mein Tempo, entfernte mich von der Gruppe in der Hoffnung, dass der 21-km-Alleingang auch belohnt würde... Einen entscheidenden Vorteil hatte ich auf meiner Seite: Durch das Auflaufen auf die vor mir nun meist langsamer werdenden Athleten und das anschließende Überholen und Wegziehen wurde ich eher immer schneller und konnte mich so rasch absetzen. Außerdem bot sich mir nun ein völlig neues Ziel. Nachdem ich nach der ersten Runde auf Platz 6 in der Polizeiwertung lag, rückte nun eine Medaillenplatz in greifbare Nähe. Am Anstieg war es dann endlich soweit, ich überholte den bis dahin drittplatzierten Hessen Jürgen Wagner. Er gab mir zwar zu verstehen, dass ich lediglich aufgrund einer Disbalance seines Verdauungssystems zur Halbzeit des Rennens auf ihn auflaufen konnte. Ich bot ihm aber an, mir zu folgen und den Bronzeplatz auf den verbleibenden 12 Kilometern auszumachen ;-) Ich setzte meine Aufholjagd jedoch alleine fort und konnte nachdem die Geschwindigkeit beim Anstieg wie in der Runde zuvor auf eine 3:51 min/km sank mich auf den nächsten fünf Kilometern, bis km 40, wieder auf eine 3:41 min/km steigern. Eine Cola die mir von Knut gereicht wurde und das ausgelassene Anfeuern von Lothar, verleiteten mich zu einem über 2 Kilometerlangen Endspurt auf welchem ich noch die führende Kenianerin und den Dritten der Hochschulmeisterschaft überholen konnte. Das „Ticken“ der Uhr die sich über dem Ziel vor mir auftat, beflügelte mich dann noch ein letztes Mal. Denn ich sah die Möglichkeit mit einer 2:36 den Marathon abzuschließen! Fünf Sekunden bevor die Uhr auf 2:37 Std. umsprang, durchquerte ich schließlich als Gesamt 16. die Ziellinie mit meiner (vorläufigen ;-) ) Marathonbestzeit!!! Thomas wurde mit 2:33:08 Std. deutscher Polizeimeister und zugleich als Gesamt Zwölftplazierter bester Deutscher! Uwe und Robert liefen ebenfalls noch unter 2:40 Std ins Ziel und komplettierten das fantastische Ergebnis der bayerischen Mannschaft mit vier Teilnehmern unter den ersten sieben! |
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Ergebnisse & Homepage des Veranstalters Ein (vielleicht) objektiverer Bericht hier... |
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