Berglauf
Immer geht’s den Berg ‘nauf, immer im Zick Zack,
Immer den schwer’n Rucksack im Gnack,
Stiefel stampfen ständig Stufen ‘nauf und ‘nauf,
Doch der Berg, der heard ned auf.
Auszug aus "Ewig dauert der Berg" von Fredl Fesl
Der Berglauf ist keine neue Laufdisziplin, sondern eine Art des Geländelaufes, der sich bis vor ein paar Jahren nur ein relativ kleiner Kreis von Ausdauerläufern hingab. Durch immer größere und besondere Veranstaltungen, wie Bergmarathons, Etappenläufen oder Ultraläufen im alpinen Bereich aber auch tragischer Weise durch den Tod zweier Athleten beim Zugspitz-Extremberglauf 2008, weckten die Bergläufe das Interesse der Medien und erlangten so einen größeren Bekanntheitsgrad. Der Berglauf geht mit der Zeit und so wird ihm oft der neudeutsche Namenszusatz "Trail-..." gegeben.
Naturgemäß findet der Berglauf in Mitteleuropa vorwiegend in der Alpenregion statt. Vom Start des Berglaufes, welcher sich üblicherweise im Tal befindet, bis zum Ziel - im Normalfall auf dem, bzw. nahe des Gipfels - müssen die Bergläufer in der Regel zwischen 6 und 15 Kilometer zurücklegen und dabei eine Höhendifferenz von 500 bis 1.500 Meter zurücklegen. Wie bereits erwähnt gibt es auch bedeutend längere Läufe die bis in den Ultra-Bereich gehen. So ist z. B. der Ultra-Trail-du-Mont-Blanc wohl der bekannteste Ultraberglauf. Vor allem aber die klassische Marathondistanz im alpinen Bereich zieht die Athleten förmlich an. Teilnehmerfelder von mehreren tausend Athleten gibt es jährlich beim Jungfrau-Marathon oder beim Swiss-Alpine-Marathon in Davos. Da der Mensch ständig auf der Suche nach der besonderen Herausforderung ist, findet man die meisten Teilnehmer bei Bergläufen, die besonders schwer - eben besonders steil - sind. Hierzu gehören sicher der Großglockner-Berglauf (12,6 km/1494 HM) oder der Zugspitz-Extremberglauf (16,1 km/2100 HM).
Während manche Athleten den Berglauf an dessen Schwierigkeitsgrad messen, gibt es auch Bergläufer, für die der Genuss an einer der schönsten Gegenden der Welt - den Alpen - im Vordergrund steht. Die Jagd nach Zeiten ist beim Berglauf (für die meisten Athleten) sekundär, der erste Gegner ist zunächst die Strecke, welche alle erstmal bezwingen müssen. Natürlich geht der Blick eines jeden Gipfelstürmers nach dem Erreichen des Ziels auf seine Uhr (war ich schneller als letztes Jahr?) und auf die Konkurrenten. Im Gegensatz zum "normalen" Marathon oder dem x-Meter-Bahnlauf spielt die Zeit aber wie gesagt eine untergeordnete Rolle. Psychologisch ist das Erreichen des Ziels auf dem Gipfel übrigens deutlich wertvoller als das Durchlaufen des Ziels nach 10, 15 oder 21 km auf der Straße - probier es mal aus!!!
In einer ökologisch empfindlichen Gegend wie den Alpen spielt der Umweltschutz selbstverständlich eine tragende Rolle. Den Vorwurf die Natur zu zerstören müssen sich die Bergläufer allerdings nicht gefallen lassen, so sorgen die Auflagen die dem Veranstalter gemacht werden sowie das Einhalten der vorgeschriebenen Wege dafür, dass das Gleichgewicht der Natur nicht zerstört wird.
Bergläufe finden jedoch nicht nur in den typischen Bergregionen statt. Auch im Mittelgebirge werden Bergläufe veranstaltet. Zwar werden die Höhenmeter wie bei den Läufen im Alpenraum nicht an an einem Stück erreicht, aber kumuliert kommen auch hier bei einem Landschaftsmarathon zum Teil über 700 Höhenmeter zusammen. Außerdem wer sagt, dass ein Berglauf im Fichtelgebirge mit ca. 300 - 500 Höhenmetern einfach sei?
Zu einer Besonderheit zählen sicher die Treppenläufe, die es zwar auch in Bergregionen aber eben vor allem auch in Großstädten gibt.
Um an Bergläufen teilzunehmen ist es nicht notwendig auf der Alm aufgewachsen zu sein. Grundsätzlich kann jeder der auch an anderen Laufveranstaltungen teilnimmt einen Berglauf bestreiten. Zu beachten gilt, dass das Wetter im Gebirge eine große Rolle spielt und es je nach zu laufenden Höhenmetern durchaus sein kann, dass der Regen beim Start, im Ziel plötzlich als Schnee herunter kommt. Starke Temperaturschwankungen sowie starker Wind sind Zustände mit welchen man in diesen Gebieten jederzeit rechnen muss. Des Weiteren gehört bei manch einem Berglauf auch eine ordentliche Portion Schwindelfreiheit dazu. Nicht zuletzt ist die Luftveränderung nicht zu unterschätzen. Mit zunehmender Höhe nimmt der Druck ab, was einem Sauerstoffdefizit gleichkommt. Der Puls erhöht sich und die Leistung nimmt ab. Der geborene Flachländer, der noch nie eine Bergtour unternommen hat, sollte also im Rahmen einer selbigen seinen Fitnesszustand überprüfen. Übrigens sind Bergwanderungen eine hervorragende Trainingsmöglichkeit zur Verbesserung der Ausdauerfähigkeit!